Orthopädie und Unfallchirurgie

Fußchirurgie

Die Fußchirurgie gewinnt in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung. Dabei stellt die Behandlung der Vorfußproblematik - auch Resultat falscher Schuhversorgung - einen Schwerpunkt dar.

Moderne Operationsmethoden gehören neben den Standardverfahren zu dem operativen Repertoire.

Eine enge Kooperation mit einer Podologischen Praxis inklusive regelmäßiger Vorträge und Schulungen zu Prävention und Behandlung von Fußproblemen runden das Spektrum ab.

Hallux valgus - Ballenfuß


Typisches klinisches Bild

Der Hallux valgus ist einer der häufigsten Gründe für eine Vorstellung beim Fußchirurgen.

In 66% der Fälle ist die Anlage für einen Hallux valgus angeboren, verstärkt wird diese z.B. durch Tragen falschen Schuhwerks. 90% der Patienten sind Frauen! Der Hallux valgus ist charakterisiert durch ein Abweichen der Großzehe im Grundgelenk nach außen und gleichzeitiger Drehung der Zehe nach innen.

Die Sehne der Großzehe verläuft nicht mehr zentral über das Gelenk, sondern weiter innen und zieht die Zehe in eine schiefe Position. Am dadurch hervortretenden Großzehenballen bilden sich häufig schmerzhafte Entzündungen, verursacht durch den Druck des Schuhs. Zudem führt die Fehlbelastung des Gelenks mit der Zeit zu einer schmerzhaften Arthrose im Großzehengrundgelenk.

In der Regel geht eine Verbreiterung des Vorfußes (Spreizfuß) mit der Schiefstellung der Großzehe einher.

Ist aufgrund der Schmerzen nach Ausschöpfung nicht operativer Therapiemethoden (z.B. Einlagen) das Tragen normalen Schuhwerkes, bzw. ein schmerzfreies Gehen nicht mehr möglich, ist die operative Korrektur des Ballenfußes indiziert. Dafür gibt es je nach Ausprägung verschiedene Operationsverfahren. Ziel der Operation ist es, die ursprüngliche Abrollfunktion des Großzehengrundgelenkes wieder herzustellen. In Abhängigkeit von der Ausprägung der Fehlstellung und den bestehenden Beschwerden wird patientenindividuell das passende OP Verfahren ausgesucht.

Man unterscheidet in:

Gelenkerhaltende OP Verfahren:

  • OP nach Chevron
  • Basisnahe Umstellungsosteotomien
  • Exostosenabtragung mit medialer Kapselraffung
  • Korrektur der Weichteile (häufig in Kombination mit den o.g. OP Verfahren)

Gelenkresezierende OP Verfahren:

  • OP nach Keller-Brandes
  • Arthrodese -Versteifung des Großzehengrundgelenkes

Operation nach Chevron

Diese Operationsmethode findet ihre Anwendung bei mittleren bis schweren Formen ohne eine fortgeschrittene begleitende Arthrose im Großzehengrundgelenk. Neben einer Abtragung des knöchernen Vorsprungs (Exostosenabtragung) und einer medialen Raffung der Gelenkkapsel wird eine 3-dimensionale Umstellung des Mittelfußknochens durchgeführt, so dass eine funktionsfähige Anatomie des Vorfußes erreicht wird. Die Nachbehandlung umfasst das Tragen eines Vorfußentlastungschuhs für 6 Wochen, sowie das Tragen einer speziellen Hallux-valgus-Schiene.



 

Basisnahe Umstellungsosteotomien

Bei größeren Fehlstellungen muss die Korrektur am körpernahen Teil des ersten Mittelfußknochens durchgeführt werden. Bei massiven Fehlstellungen kann sogar eine Doppelosteotomie notwendig werden.


 

Exostosenabtragung und mediale Kapselraffung

Diese Operationsmethode wird aufgrund des hohen Rezidivrisikos nur noch selten und nur bei geringer Ausprägung des Hallux valgus durchgeführt. In Einzelfällen kann sie aber indiziert sein.

Operation nach Keller-Brandes

Die Operation nach Keller-Brandes kommt vor allem bei älteren Patienten mit ausgeprägter Fehlstellung und schon fortgeschrittener Arthrose im Großzehengrundgelenk zur Anwendung. Es wird eine 1/3 Abtragung des Grundgliedes der Großzehe angestrebt mit Abtragung des Knochenvorsprungs und Kapselraffung. Die Nachbehandlung umfaßt das Tragen eines Vorfußentlastungschuhs bis zur abgeschlossenen Wundheilung (ca. 14 Tage).

Vor der OP
Nach der OP

Hallux Rigidus

Beim Hallux Rigidus steift die Großzehe aufgrund einer Arthrose im Großzehengrundgelenk ein. Ursache dieser Arthrose ist oft ein nicht behandelter Hallux Valgus. Aber auch ohne die typische Fehlstellung kann es zu einem Verschleiß im Großzehengrundgelenk kommen, so dass eine operative Behandlung notwendig wird. Neben der schon beschriebenen Resektion des Großzehengrundgelenkes ist hier die Versteifungsoperation die Therapie der Wahl.


 

Metatarsalgie-Syndrom

Metatarsalgie ist ein Sammelbegriff für am Mittelfuß bestehende, oft belastungsabhängige Schmerzen, überwiegend im Bereich der Köpfchen der Mittelfußknochen. Der Schmerz tritt meist unter den Köpfchen des 2.-4. Mittelfußköpfchens auf. Durch lang anhaltende Überlastung kommt es zu einer entzündlichen Reizung des Gewebes, die sehr schmerzhaft sein kann und beim Gehen behindert. Häufig kommt es zu einer schmerzhaften Schwielenbildung (Hornhautbildung) unter den überlasteten Mittelfußköpfchen. Ursache der Metatarsalgie ist oft eine Speizfußstatik mit abgeflachtem Fußgewölbe. Häufig bestehen zusätzliche Fußprobleme in Form des Hallux Valgus und Zehendeformitäten in Form von Hammer- oder Krallenzehen.

Führt die nicht operative Behandlung, meist in Form von Einlagen nicht zum erwünschten Erfolg, besteht eine Operationsindikation. Auch hier stehen die verschiedensten OP Methoden zur Verfügung. Eine der gebräuchlichsten ist die OP nach Weil.

Zehendeformitäten

Krallenzehen / Hammerzehen Die Hammerzehe stellt die häufigste Zehendeformation dar. Es besteht eine Beugekontraktur im Mittelgelenk, seltener im Endgelenk. Die Krallenzehe charakterisiert sich im Unterschied zur Hammerzehe durch eine Luxation oder Subluxation im Zehengrundgelenk

Operative Therapie:

  • Bei flexibler, korrigierbarer Fehlstellung: Operation nach Weil
  • Bei Kontraktur - Operation nach Hohmann oder Resektionsarthroplastik nach Gocht