Orthopädie und Unfallchirurgie

Endoprothetik Hüftgelenkschirurgie

Hüftgelenkschirurgie: Endoprothetik der Hüfte

Die Domäne der Hüftgelenkschirurgie bildet die Endoprothetik. Durch individuelle Therapiekonzepte wird eine Ergebnisoptimierung erreicht. Dies beinhaltet sowohl die Anwendung moderner Prothesensysteme, als auch innovative Operationstechniken wie die minimalinvasive Chirurgie oder besser bekannt unter dem Begriff „Schlüssellochtechnik”. Dabei können die entsprechenden Prothesen über kleine Zugänge eingesetzt werden. Vorteil dieser so genannten minimal invasiven Chirurgie sind neben dem geringeren Blutverlust, dem kosmetischen Aspekt auch geringere Schmerzen und eine schnellere Mobilisation, da Muskeln und Sehnen nicht mehr durchtrennt werden, sondern nur „auf die Seite gehalten werden”. Daneben ist die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des St. Christophorus-Krankenhauses die erste Klinik im Ruhrgebiet und Münsterland, die die minimal invasive OP Technik bei Hüftoberflächen Typ Mc. Minn anbietet.

Je nach Alter und Aktivität der Patienten sowie den krankhaften Veränderungen der Gelenke stellen diese Prothesentypen ein Gesamtportfolio dar, aus dem ein individuell optimal angepasstes Therapiekonzept ausgewählt werden kann.

Hüftoberflächenersatz Typ Mc. Minn

Vorteile im Vergleich zu konventionellen Prothesen:

  • Beste Kopie des Originals
  • Natürliche Krafteinleitung
  • Implantatgrößen erlauben meist ein natürliches Bewegungsausmaß
  • Hohe Luxationssicherheit
  • Wenig Knochenverlust - wichtiger Vorteil bei anstehenden Wechseloperationen - mehr Möglichkeiten
  • Volle Belastbarkeit und Sportfähigkeit nach 6 Monaten
  • Geringe Gefahr der Beinlängendifferenz


 

Anwendungsgebiete:
Arthrose der Hüftgelenke

  • Primäre Arthrose
  • Posttraumatische Verschleißerkrankungen
  • Angeborene Verschleißerkrankungen
  • Rheuma

Die Hüftoberfläche wurde primär für den jungen Patienten mit Hüftgelenksverschleiß konzipiert. Das überzeugende System begeistert jedoch immer mehr Menschen, so dass sich zunehmend auch ältere Patienten gezielt mit dem Wunsch einer Hüftoberflächenprothese an uns wenden. Die hervorragenden Ergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass dieser Prothesentyp auch für den älteren Menschen geeignet ist. Voraussetzung ist jedoch eine gute Knochensubstanz.

Die leitenden Ärzte der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie gehören zu den ersten Operateuren, die diesen Prothesentyp im Jahr 1998 in Deutschland eingeführt haben. Im Laufe der Jahre wurden unter Ihrer Anleitung mehr als 2500 dieser Oberflächenprothesen implantiert. Seit September 2004 wird die Hüftoberfläche von den beiden Chefärzten - erstmalig in Deutschland - auch in der Schlüssellochtechnik eingebaut, so dass sich die Vorteile des modernen Prothesendesigns mit denen der neuen Operationstechniken zum Wohle des Patienten ergänzen!

 

Birmingham Mid Head Resection

Eine weitere neue Methode stellt die Birmingham Mid Head Resection dar. Diese Behandlungsmethode wurde von Dr. Derek Mc. Minn entwickelt und stellt eine Weiterentwicklung der Hüftoberflächenprothese dar. Wie bei der Mc. Minn Prothese orientiert sich diese Hüftprothese am natürlichen Vorbild, so dass auch bei diesem operativen Eingriff nur ein Minimum an Eigensubstanz entnommen wird.

Eine Besonderheit an der Birmingham Mid Head Resection Methode ist, dass sie auch verwendet werden kann, wenn der Knochen bereits stark angegriffen ist. Auch bei Zysten am Hüftkopf oder bei Fehlbildungen kann diese Methode eingesetzt werden. Dadurch ist die Birmingham Mid Head Resection praktisch der große Bruder der Mc. Minn Prothese. Durch die geringe Beeinträchtigung der Muskulatur kann schon nach kurzer Zeit wieder eine gute Bewegungsfähigkeit erlangt werden.Die Birmingham Mid Head Resection gehört neben der Original Mc. Minn zweifellos zu den revolutionären Behandlungsmethoden in der modernen Hüftchirurgie.

 

Kurzschaft oder Stummelprothese

Dieser Prothesentyp stellt eine anerkannte Alternative zur Hüftoberflächen-Prothese dar. Sie eignet sich insbesondere für Patienten mit massiver Deformität des Hüftkopfes, bei denen eine „Überkronung” nicht mehr möglich ist. Eine moderne Keramik / Keramik Paarung auch mit Großkopf vervollständigt diesen Prothesentyp.


 

Konventionelle Prothesen

Das operative Repertoire umfasst auch die so genannten konventionellen Verfahren der zementfreien und der zementierten Hüftprothesen. Dabei werden die verschiedenen Prothesentypen und der operative Zugangsweg je nach Alter, individuellen Gegebenheiten und Knochenqualität auf die speziellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt.




 

Revisionsendoprothetik

Bei jährlich ca. 200.000 Implantationen von künstlichen Hüftgelenken und ca. 70.000 Implantationen von künstlichen Kniegelenken in Deutschland erlangt die Revisionsendoprothetik zunehmende Bedeutung. Trotz der guten bis excellenten Langzeitergebnisse - nach 10 Jahren sind statistisch noch 95% der implantierten Prothesen funktionstüchtig - kommt es absolut gesehen auch häufiger zum so genannten Implantatversagen. Häufigster Grund dafür sind normale Abnützungserscheinungen in Form von Lockerungen. Daneben stellen in seltenen Fällen auch Infektion oder Materialversagen Ursachen für Wechseloperationen dar. Obwohl diese früher gefürchteten Austauschoperationen inzwischen Routine geworden sind, stellen sie für den Patienten und den Operateur eine Herausforderung dar. Häufig zeigen sich nach Entfernung der alten Prothese erhebliche Knochendefekte, so dass modulare Prothesensysteme zur Anwendung kommen. Eine gute präoperative Planung und erfahrene Operateure sorgen neben den technischen Voraussetzungen für ein möglichst optimales Ergebnisses für den Patienten, der in vielen Fällen technisch anspruchsvollen Operation.

Unsere umfassende Erfahrung auf dem Gebiet der Primärimplantation stellt eine wesentliche Grundlage für die Durchführung der Revisionsendoprothetik dar. Die Lockerungen betreffen sowohl die Hüftpfannen, als auch den Oberschenkelschaft.

Hintergrundschale Hüftpfanne
Revisionspfanne
z.n. mehrfachen Wechseloperationen mit erneuter Pfannenlockerung prä OP
Post OP Bild mit Sockelpfanne
Aseptische Lockerung
Postoperatives Bild

Postoperatives Bild
Revisionsprothese